Die Rente ist sicher. Das Wort vom ehemaligen Arbeitsminister Norbert Blüm hat schon lange keine Gültigkeit mehr. Der demographische Wandel ist einer von mehreren Faktoren, der die Tragfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung ins Wanken bringt. Doch wie weit ist diese Erkenntnis in der Erwerbsbevölkerung verbreitet und welche Konsequenzen zieht sie daraus? Diese Thematik untersucht ein neues Forschungsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Carmela Aprea, Inhaberin des Lehrstuhls für Wirtschaftspädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme an der Universität Mannheim. Kooperationspartner sind Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prof. Dr. David Leiser von der israelischen Ben Gurion University of the Negev. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

„Dass die Rente nicht mehr sicher ist, bedeutet zum einen für sozialpolitische Entscheidungsträger, dass sie erforderliche Anpassungen adäquat kommunizieren und die Betroffenen von deren Notwendigkeit überzeugen müssen. Zum anderen müssen Arbeitnehmer eine stärkere Eigeninitiative in Bezug auf ihre Altersvorsorge ergreifen, stehen dabei aber vor der Herausforderung, dass das wirtschaftliche Umfeld immer unsicherer wird. Um sie hierfür zu befähigen, ist auch die Bildungspolitik gefragt“, erklärt Prof. Aprea den Forschungsansatz. „Wir wollen herausfinden, inwieweit die Bürgerinnen und Bürger das aktuelle System der Altersvorsorge überhaupt verstehen und ob bei einem besseren Verständnis die Akzeptanz für Reformen und die Bereitschaft für mehr Eigeneinitiative steigen“, fügt Prof. Übelmesser hinzu. „Dazu gibt es bisher keine Untersuchungen.“

Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Universität Jena zeigt (Foto: Anne Günther/FSU)

Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Universität Jena zeigt (Foto: Anne Günther/FSU)

Fragen, auf die die Forscherinnen und Forscher unter anderem Antworten finden wollen, lauten: Welches (Miss-)Verständnis und welche Haltungen zum Thema Altersvorsorge liegen in Deutschland vor? Variieren (Miss-)Verständnis und Haltungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen? Lassen sich zwischen (Miss-)Verständnis, Haltungen und Verhaltensweisen im Kontext der Altersvorsorge kausale Beziehungen (Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge) ermitteln? Auf der Basis der Beantwortung dieser Forschungsfragen sollen Empfehlungen für die Bildungs- und Sozialpolitik entwickelt werden.

Info, FSU JENA // Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Universität Jena zeigt (Foto: Anne Günther/FSU)

12.09.2019