Nach dem Auswärtsspiel bei den GIESSEN 46ers ist zugleich vor dem Heimspiel gegen Vizemeister ALBA Berlin. Während Science City bereits am Samstagabend in Hessen ein dickes Brett zu bohren hatte, an der Lahn trotz einer Leistungssteigerung mit 83:89 unterlag, steht bereits am morgigen Dienstagabend die nächste Hürde bevor - und was für eine. Zu Gast sein wird am Abend des 30. April 2019 ab 19.00 Uhr das wohl bekannteste Gesicht im deutschen Profi-Basketball, die Albatrosse aus der Hauptstadt. Ungeachtet des Spielausgangs bei den 46ers bleibt der Mannschaft von Trainer Marius Linartas somit nicht sonderlich viel Zeit, um den Fokus auf das Team der Hauptstädter zu richten.

Schaut man sich die Geburtstage der Spieler im Berliner Kader mal etwas genauer an, fällt schnell auf, dass nur ein einziger Akteur den Jahrgang 1990 unterschreitet, BBL-MVP Lucas Clayton „Luke“ Sikma. Der im Juli 1989 in Bellevue, Washington geborene Sohn von NBA-Hall-of-Famer Jack Sikma (Sonics, Bucks) ist somit der älteste Akteur der Hauptstädter und ganz sicher nicht ohne Grund unumstrittener Führungsspieler der „wilden Neunziger“ von der Spree. In verhältnismäßig knausrigen 24 BBL-Minuten pro Partie stellt der großgewachsene Flügel regelmäßig seine Variabilität unter Beweis, führt die Mannschaft von Coach Alejandro „Aíto“ Garcia Reneses als verlängerter Arm an, ohne zwingend die Krone des Topscorers tragen zu müssen.

Vizemeister ALBA Berlin zu Gast in Jena am Dienstag Abend in der Sparkassen Arena .. Die wilden Neunziger

Vizemeister ALBA Berlin zu Gast in Jena

am Dienstag Abend in der Sparkassen Arena .. Die wilden Neunziger

Unterstützt durch qualitativ herausragende Akteure wie den Strategen Peyton Siva, den wurfgewaltigen Isländer Martin Hermannsson, den litauischen Scharfschützen Rokas Giedraitis und Center Dennis Clifford komplettiert dieses Quartett eine Startformation, die mit dem Blick auf den Mitte Mai 2019 zu eröffnenden Kampf um die Deutsche Meisterschaft nicht einmal Tabellenführer Bayern München fürchten muss. Doch diese fünf Strategen in der Berliner Mannschaftsaufstellung sind nur die halbe Wahrheit. Längst haben sich unter den Flügeln etablierter Albatrosse, zu denen mit Niels Giffey und Joshiko Saibou auch zwei spielintelligente deutsche Nationalspieler gehören, diverse Vertreter der „Millennium-Generation Rotzfrech“ in die Rotation gespielt. Während überaus talentierte Jungs wie Tim Schneider, Franz Wagner, Jonas Mattisseck oder Bennet Hundt für die deutsche Zukunft im Kader des Vizemeisters stehen, liefert ALBAs spanische Trainer-Legende Aito mit überproportional vielen Spielanteilen seiner 17- bis 21-Jährigen auf ziemlich beeindruckende Art und Weise den Beleg, dass sich jugendlicher Elan der eigenen Nachwuchs-Riege sowie sportlicher Erfolg nicht im Weg stehen müssen.

Zwar zehrte die enorme Belastung des Kaders in den vorangegangenen Wochen doch deutlicher an der mentalen Frische der Berliner, bei dem breiten und für drei Wettbewerbe (Liga, Pokal, Europacup) zusammengestellten Team dürfte dies am Dienstagabend allerdings nur eine etwas längere Randnotiz spielen. Immerhin hatten die Albatrosse im Basketball-April 2019 bereits elf Pflichtspiele zu absolvieren, darunter drei Europacup-Endspiele gegen Valencia (75:89, 95:92,63:89), bevor die Partie in der Jenaer Sparkassen-Arena das kräftezehrende Dutzend komplettiert. Nach zwei Pleiten in Folge, am letzten Donnerstag in Bayreuth (79:80) sowie am Sonntagabend im Heimspiel gegen den amtierenden Meister aus München (75:85), werden die Hauptstädter eine Reaktion zeigen wollen, um diesen Negativtrend zu stoppen.

Vizemeister ALBA Berlin zu Gast in Jena am Dienstag Abend in der Sparkassen Arena .. Die wilden Neunziger

Entsprechend viel zu tun bekommen wird Science City Jena am Dienstag, um ein ähnlich beißendes Ergebnis wie im Hinspiel zu vermeiden (112:55), als die Thüringer trotz eines soliden 22:16-Startviertels im weiteren Verlauf der Partie nach allen Regeln der Kunst in Richtung Kabine gespielt wurden. Aktuell als Tabellenschlusslicht im 18er Feld der BBL hinter der direkten Konkurrenz aus Bremerhaven, Weißenfels, Crailsheim und Göttingen rangierend, benötigen die Saalestädter schließlich jeden Punkt, um den Türspalt zum erhofften Klassenerhalt doch noch offenhalten zu können. Hinsichtlich der Erwartungshaltung sowie aller Prognosen könnte in genau dieser Konstellation die Chance für die Thüringer liegen, wenn sie im Frühjahr 2019 zum drittletzten Mal Heimspiel-Parkett betreten.

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