Mit einer 80:65-Niederlage im Gepäck kehrte Science City Jena am 3. Adventssonntag vom Gastspiel bei s.Oliver Würzburg zurück. Die Ostthüringer unterlagen den Mainstädtern trotz starker erster Hälfte nach einem deutlichen Leistungseinbruch im dritten Viertel, welchen die Unterfranken nutzten, um sich den letztendlich entscheidenden Vorsprung herauszuspielen. Während Ike Iroegbu aufgrund seiner Oberschenkelverletzung für Science City pausieren musste, stand Jenas letztjähriger Leistungsträger Skyler Bowlin seinem neuen Würzburger Team ebenfalls verletzungsbedingt nicht zu Verfügung. Nachdem die Hausherren aufgrund des Erfolges auf den 10. Platz der easyCredit BBL klettern, verbleiben Jenas Erstliga-Riesen auf dem 15. Platz.

Sportlich begann die Partie aus Sicht der Saalestädter zunächst verhalten optimistisch. Nachdem sich zwischen den beiden Kontrahenten im Verlauf des Auftaktviertels ein ausgeglichenes Spiel entwickelte, die Gastgeber mit einem knappen 17:14-Vorsprung in die erste Viertelpause gingen, legte das Harmsen-Team im zweiten Spielabschnitt vor allem defensiv deutlich zu. Lediglich 13 Punkte gestattete Science City der Mannschaft von Würzburgs Coach Denis Wucherer, sorgte zudem offensiv für genügend Impulse, um die Partie langsam aber kontinuierlich zu kippen. Nachdem Immanuel McElroy einen Distanzwurf zur Jenaer 22:21-Führung verwandeln konnte, gelang es den Mainfranken zwischenzeitlich zwar auf 24:24 (15.) und 30:30 (19.) auszugleichen, dennoch konservierten die Thüringer ihren knappen 32:30-Vorsprung bis zum Kabinengang. Nicht zuletzt der kämpferisch starke Auftritt der ersten 20 Minuten machte Hoffnung auf einen Jenaer Auswärtssieg.

Diese Erwartungen wurden nach dem Start in die zweite Hälfte jedoch frühzeitig gedämpft. Im Verlauf einer gleichermaßen offensiv wie defensiv schwachen Phase kassierte Science City einen 14:3-Lauf der Würzburger, die bis zur 25. Minute auf 44:35 enteilt waren. Lediglich ein erfolgreicher Dreier von Jamar Abrams innerhalb von fünf Minuten sowie die fehlende Aggressivität an beiden Enden des Parketts brachten Jenas Korbjäger bereits im dritten Viertel auf die Verliererstraße. Die Saalestädter wehrten sich bis zur 30. Minute zwar primär durch die individuelle Klasse von Julius Jenkins, der sein Team mit acht Punkten in Schlagdistanz halten konnte, der restliche Kader ließ jedoch sowohl offensiv als auch in der Verteidigung den nötigen Biss und die Intensität der ersten Hälfte vermissen. Mit einer 56:45-Führung der Würzburger den Schlussabschnitt eröffnend, sorgte der bis dato kaum in Erscheinung getretene Würzburger Flügel Florian Koch für zunehmend klare Fronten. Die Nummer 21 der Unterfranken erzielte alle seiner 12 Zähler im letzten Spielabschnitt, sorgte für die letztlich entscheidenden Nadelstiche zu Gunsten seines Teams. Während Julius Jenkins mit seinem Dreier zum kurzzeitigen 66:56-Anschluss (35.) für das finale Jenaer Lebenszeichen in diesem Duell gesorgt hatte, spielten die Gastgeber die verbleibenden Minuten routiniert herunter brachten ihren verdienten Sieg über die Ziellinie.

Björn Harmsen (Headcoach Jena): „Wir sind ganz gut ins Spiel reingekommen und haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, auch nur ansatzweise so etwas wie Intensität reinzubringen. Das Enttäuschendste ist für mich eigentlich, dass wir mit einer Niederlage und nur 13 begangenen Fouls nach Hause fahren. Im dritten und vierten Viertel haben wir sieben oder acht Minuten mit nur einem Teamfoul gespielt, gerade in der Phase, in der Würzburg weggezogen ist. Würzburg hat in der zweiten Halbzeit gut gespielt, den Ball gut bewegt und stand in der Verteidigung besser. Von daher ist es mit Sicherheit ein mehr als verdienter Sieg.“

Denis Wucherer (Headcoach Würzburg): „Zur Zeit zählt jeder Sieg. Deswegen sind wir sehr zufrieden, dass wir gegen einen unbequemen Gegner das Spiel in der zweiten Halbzeit dominieren konnten. Wir haben mit hoher Intensität gespielt und konnten die Verteidigung, die beide Mannschaften in der ersten Halbzeit ganz gut hinbekommen haben, über 40 Minuten halten. Und wenn man dann auch mal ein paar Würfe reinwirft, wirkt es dann vielleicht auch leichter, als es eigentlich war. Mit einer Dreierquote von 47 Prozent hast du auch eine gute Chance, einen guten Gegner zu schlagen. Es war, glaube ich, das erste Mal, dass wir in einem Bundesligaspiel zuhause den Korb getroffen haben.“

Science City: Jenkins 21 Punkte, Abrams 13, Joyce 11, Allen 9, McElroy 6, Reyes-Napoles 3, Mackeldanz 2, Mazeika, Theis, Wolf – Jostmann (DNP)

Würzburgs Topscorer: Cooks 17, Ellis 14, Hulls und Koch je 12

Spielfilm: 1. Viertel 17:14 – 2. Viertel 30:32 – 3. Viertel 56:45 – 4. Viertel 80:65

Info, Newsteam Science City Jena

Grafik / Symbolfoto DeinJena red.Archiv

17.12.2018