Nach dem missglückten Saisonstart hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass es, wenn der FF USV Jena und der 1. FC Saarbrücken am letzten Spieltag vor der Winterpause aufeinandertreffen, zu einem Spitzenspiel kommen würde. Eine Serie von zuletzt vier Siegen in Folge hatte die Thüringerinnen jedoch wieder in Tuchfühlung zum Gast am dritten Advent gebracht. Die drittbeste Heimmannschaft traf auf die beste Auswärtsmannschaft der Liga. Nichtsdestotrotz reiste Saarbrücken als Favorit ins Paradies. Von allen Mannschaften der 2. Frauen-Bundesliga hatten die Blau-Schwarzen bisher die größte Konstanz bewiesen und sich in der laufenden Halbserie lediglich gegen den SV Weinberg einen Patzer erlaubt.

Von Beginn an war also klar, dass vor allem Jenas Defensive heute wieder so vorbildlich funktionieren musste wie in den vergangenen Wochen. Insbesondere Jacqueline de Backer und Julia Matuschewski, die beiden besten Torschützinnen der Liga, galt es unter Kontrolle zu bringen, wollte man diese Partie erfolgreich gestalten. Der Beweis hierfür gelang den Gästen nach einer knappen Viertelstunde. Hatten beide Teams sich zunächst vorsichtig in die Begegnung getastet, erarbeitete sich Saarbrücken nach etwas mehr als zehn Minuten die erste nennenswerte Torchance im Spiel. Über einen Standard kam der Ball schließlich in den Strafraum zu besagter Jacqueline de Backer, die per Kopf ihren neunten Saisontreffer erzielte und die Saarländerinnen in Führung brachte (12.).

Der FF USV jedoch zeigte sich unbeeindruckt und ließ sich vom Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr schien man das Gegentor als Weckruf zu begreifen, denn von hier an gehörte die erste Halbzeit einzig den Gastgeberinnen. Diese kamen zehn Minuten nach dem Rückstand selbst zur ersten Torchance: Ein mustergültiger Pass auf die rechte Außenbahn fand Anna Weiß, die eine Gegenspielerin aussteigen ließ und aus spitzem Winkel erfolgreich den Ausgleich erzielte (22.).

Doch damit nicht genug. Jena wollte mehr: nach zuletzt vier Heimsiegen in Folge hatte man genügend Selbstvertrauen getankt. Nur wenige Minuten nach dem Ausgleich erfolgte ein ähnlich guter Angriff über rechts. Diesmal kam das Spielgerät zu Leonie Kreil, die den schwierig zu verarbeitenden Ball gut festmachte und auf die besser positionierte Lisa Seiler ablegte. Diese bewies Routine und verwandelte eiskalt ins linke Eck (26.). Mit nur zwei gut herausgespielten Angriffen drehte Jena das Spiel.

SUPER✌ Die Mädels vom FF USV Jena ⚽️⚽️ gewinnen gegen Saarbrücken mit 3:2 und holen den FÜNFTEN HEIMSIEG IN FOLGE!

Der 1. FC Saarbrücken hatte in dieser Phase sichtlich Mühe, den Gegner unter Kontrolle zu bringen und so spielten sich weite Teile der ersten Halbzeit in der Hälfte der Gäste ab. Zu deren Schock zeigte sich der FF USV auch weiterhin effektiv. Noch kurz vor der Pause konnte die Führung somit sogar noch ausgebaut werden. Ein guter Ball war zu Lisa Seiler gelangt, diese zog ab und Torhüterin Christina Ehl konnte zunächst parieren. Der Abpraller allerdings landete bei Sonja Merazguia, welche – wie bereits im Spiel gegen Wetzlar vor einer Woche – goldrichtig stand und den Ball zum 3:1 im Tor unterbrachte (39.).

Der 1. FC Saarbrücken musste mehr bringen, wollte man dieses Spiel nicht bereits nach einer Halbzeit aus der Hand geben. Trainer Taifour Diane reagierte mit einem Doppelwechsel. Doch zunächst war es weiterhin die Heimmannschaft, die hier den Ton angab. Vor allem über den rechten Flügel ergaben sich weitere Möglichkeiten, den Spielstand in die Höhe zu schrauben. Doch mit dem Längerwerden der Partie fanden die Saarländerinnen schließlich immer besser in die Partie, sodass sich die Spielanteile zunehmend verlagerten und sich doch noch das erwartet enge Aufeinandertreffen einstellen sollte.

Saarbrücken drückte auf den Anschluss, doch Jena verteidigte vorbildlich. Gefährlich wurde es allerdings vor allem über Standardsituationen. Eine ebensolche sollte Saarbrücken dann in der Schlussphase auch endgültig zurück ins Spiel bringen: Ein Freistoß aus halbrechter Position wurde von Julia Matuschewski perfekt getroffen und landete direkt im Tor (82.). Nun hieß es für den FF USV noch einmal alle Kräfte bündeln, denn der FCS wollte nun unbedingt den Ausgleich.

Aber das Glück des Tüchtigen blieb auch an diesem Sonntag auf Seiten der Hausherrinnen. Die Saalestädterinnen leisteten sich in den letzten zehn Minuten keine Fehler mehr und ließen so auch keinen weiteren Treffer zu. Die Punkte blieben also im Paradies. Die Bilanz des FF USV Jena in der Hinrunde kann sich damit sehenlassen: Sechs Spiele ungeschlagen, fünfmal in Folge den Gegner auf eigenem Platz geschlagen, vier Siege in Serie - eine Serie, die nun auch über die Winterpause hält. Darüber hinaus verkürzt der FF USV den Abstand auf die aufstiegsberechtigte Konkurrenz auf zwei Punkte und verbessert sich in der Heimtabelle sogar auf den zweiten Platz.

Die Revanche gegen den 1. FC Saarbrücken, gegen den man vor einem Jahr unglücklich aus dem DFB-Pokal ausschied, ist also gelungen und der FF USV verbucht damit an drei aufeinanderfolgenden Adventssonntagen drei Siege für sich. Mit diesem Erfolgserlebnis verabschieden sich die Thüringerinnen in die wohlverdiente Winterpause, ehe es am 10. Februar 2019 mit einem Heimspiel gegen den FSV Gütersloh weitergeht.

 

FF USV Jena: Hornschuch – Merazguia (76. Knipp), Utes, Müller (46. Heuschkel), Julević, Kreil, Phillips (87. Güther), Seiler, Graser, Weiß, Tellenbröker

1.FC Saarbrücken: Ehl – Herrmann, Matuschewski, Loos, Drescher, de Backer, Ripperger, Grünnagel (46. Griffin), Reifenberg (75. Ofiara), Tröster (46. Nishibayashi), Hauck

Tore: 0:1 de Backer (12.), 1:1 Weiß (22.), 2:1 Seiler (26.), 3:1 Merazguia (39.), 3:2 Matuschewski (82.)

Zuschauer: 150

Gelbe Karten: Phillips, Julević

Schiedsrichterin: Anna-Lena Heidenreich (Sereetz)

 

Info, FF USV JENA

Foto, Hannes Seifert / FF USV Jena

17.12.2018