In dieser Spielzeit startet die Reihe Philharmonie@Uni in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität. Die erste Ausgabe steht – wie „Der Klang von Jena“ am Tag zuvor – unter dem Thema „Politik, Verantwortung & Kunst“. Text und Ton führen die Zuhörer nach Russland. Die Jenaer Philharmonie spielt unter der Leitung von Generalmusikdirektor Simon Gaudenz Musik aus Dmitri Schostakowitschs „Moskau, Tscherjomuschki“, der Suite für Varieté-Orchester und „Die Stechfliege“, die mal mehr, mal weniger politisch, aber immer doppelbödig daherkommt.

Dazwischen liest Steffen Mensching, Autor und Intendant des Theaters Rudolstadt, Passagen aus seinem Roman „Schermanns Augen“ – ein Epos, das in einem stalinistischen Gulag angesiedelt ist und ergreifend die Ausweitungen eines politischen Schreckenssystems schildert. Das Buch wurde 2018 von den Feuilletons als literarischer Triumph und eine der besten Neuerscheinungen des Jahres bezeichnet.

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Mensching,Steffen // Foto Friederike Lüdde - Jenaer Philharmonie

Moderiert wird die Konzert-Lesung von Dr. Immo Rebitschek, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er liefert zeitgeschichtliche Hintergründe und tritt in einen Dialog mit den Teilnehmern über das Verhalten von Kunst in repressiven Zeiten und die Möglichkeiten und Wege, ihre Freiheit zu behaupten.

Dmitri Schostakowitsch:
„Moskau, Tscherjomuschki“ op. 105, Suite für Orchester (Ausschnitte)

Suite für Varieté-Orchester (Ausschnitte)

„Die Stechfliege“ op. 97 (Ausschnitte)

Jenaer Philharmonie
Simon Gaudenz, Leitung
Steffen Mensching, Lesung
Dr. Immo Rebitschek, Moderation

Veranstaltungshinweis Jenaer Philharmonie

14.11.2019