Thüringen ist ein Land voller Kultur. Während die einen Schätze fest im Bewusstsein verankert sind, gibt es andere Raritäten, die nur Eingeweihte kennen. All diese Exponate sollen sowohl der Fach- als auch der breiten Öffentlichkeit auf unkomplizierte Art und Weise an einem „Ort“ präsentiert werden: im neuen Thüringer „Kultur- und Wissensportal“ (www.kuwi-thueringen.de), das heute offiziell in Erfurt präsentiert wurde. Im Auftrag und mit 110.000 Euro Förderung des Freistaats in 2018/19 entstand es mit maßgeblicher Unterstützung der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB), die zu den Vorreitern der Digitalisierung im Kulturbereich gehört. In den kommenden Monaten wird es weiter ausgebaut werden.

Über eine Million Datensätze und Digitalisate

Insbesondere Bibliotheken, Archive und Museen gehören zu den Institutionen, die das geistige kulturelle Erbe des Freistaates verwalten und damit Kulturwahrer, Identitätsstifter und Tourismusmagneten sind. Das „Kultur- und Wissensportal“ – für das noch ein griffiger Name gesucht wird – will die Thüringer Kunst-, Kultur- und Wissenschaftslandschaft virtuell erlebbar gestalten und dabei digitale Objekte und Dokumente von nationaler und internationaler Bedeutung präsentieren. Über eine Million Datensätze und Digitalisate in 2D und 3D von über 100 Thüringer Einrichtungen werden bereits im Portal nachgewiesen und online präsentiert. Dadurch sind die Bestände verschiedener Einrichtungen nun – virtuell – an einem Ort zusammengeführt. Das Portal wendet sich vor allem an die breite Öffentlichkeit sowie Interessierte aus Wissenschaft und Schulen.

Die langjährigen Erfahrungen der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena mit Kulturdigitalisierung kommt auch dem neuen „Kultur- und Wissensportal“ Thüringens zugute. (Foto: Peter Scheere/FSU)

Die langjährigen Erfahrungen der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena mit Kulturdigitalisierung kommt auch dem neuen „Kultur- und Wissensportal“ Thüringens zugute. (Foto: Peter Scheere/FSU)

Kulturdigitalisierung hat Tradition in Jena

„Die Erfassung und Speicherung der Daten erfolgt in den verschiedenen Thüringer Quellsystemen. Das sind vor allem die auf dem MyCoRe-Framework basierenden UrMEL-Anwendungen der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena, die zentrale digiCULT-Anwendung für die Thüringer Museen und die Goobi-Anwendung der Herzog Anna Amalia Bibliothek in Weimar“, erläutert der amtierende ThULB-Direktor Michael Lörzer technische Details. „Das Portal ist Projektwebseite und Sucheinstieg zugleich. Es bietet die Möglichkeit, Dokumente, Daten und Texte miteinander zu vernetzen und ermöglicht eine bestandsübergreifende gemeinsame Suche über alle Sammlungen und Objekte. Die Integration des Portals in eine vorhandene technische Infrastruktur, die initial von der ThULB bereits für den Aufbau des Reformations-, des Theaterzettel-, des Parlamentsschriften- und weiterer Spezialportale verwendet wurde, garantiert die Nachhaltigkeit und Sichtbarkeit des Projektes“, ergänzt Digitalisierungsexperte Lörzer, der auch das Sammlungsportal der Friedrich-Schiller-Universität Jena (http://sammlungen.uni-jena.de) mit geplant und realisiert hat.

ThULB bietet Vorteile für alle Partner

Die Projektpartner haben die Möglichkeit, mit geringem Aufwand die an der ThULB vorgehaltenen Digitalisate ihrer zur Verfügung gestellten Bestände, die allesamt in das Kultur- und Wissensportal eingeflossen sind, in den eigenen Webauftritt zu integrieren. Zusätzlich zu dem Portal stellt die ThULB ihren Partnern eine komplexe Digitalisierungsinfrastruktur für Metadaten, 2D- und 3D-Digitalisate bereit. „In Kombination mit den dazugehörigen Erfassungs- und Speichersystemen und einer Anbindung an das im Aufbau befindliche Thüringer Langzeitarchivierungssystem steht dies prototypisch für eine langfristige Thüringer Präsentations-, Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur“, sagt Michael Lörzer und ist sich sicher, dass die gemeinsamen Aktivitäten ein wichtiger Schritt in Richtung digitaler Thüringer Gesellschaft sind.

Info, FSU Jena /// Axel Burchardt

04.02.2019