Anlässlich des 100. Todestages von Ernst Haeckel präsentiert das Phyletische Museum der Friedrich-Schiller-Universität Jena die Ausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel“. Bis Ende 2020 werden über 200 lebensechte Medusen-Modelle, Original-Präparate, Fotos, Videos und Zeichnungen von Ernst Haeckel, dem Begründer des Museums, im „Medusensaal“ zu sehen sein.

Im Meeresaquarium mit 200 Ohrenquallen

Abtauchen in eine faszinierende Unterwasserwelt, das können die Besucher des Phyletischen Museums der Friedrich-Schiller-Universität Jena vom kommenden Samstag (25. Mai) an. Dann eröffnet eine Sonderausstellung, die der wohl liebsten Tiergruppe von Ernst Haeckel gewidmet ist: den Medusen – oder auch Quallen. Zu sehen sein wird unter anderem eine einem Meeresaquarium nachempfundene Vitrine mit rund 200 Ohrenquallen. Allerdings handelt es sich bei diesen nicht um lebende oder präparierte Tiere, sondern um lebensechte Modelle aus Kunstharz. Die dänische Firma „10 Tons“ ist auf naturgetreue zoologische und botanische Modelle sowie paläontologische Rekonstruktionen spezialisiert und hat die Modelle in Kooperation mit Wissenschaftlern des Phyletischen Museums eigens für diese Ausstellung produziert.

 Präparator Bernhard Bock bereitet die Nachbildung einer Fahnenqualle für die Sonderausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel" vor. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Präparator Bernhard Bock bereitet die Nachbildung einer Fahnenqualle für die Sonderausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel" vor (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Neben dem Ohrenquallenschwarm zeigt die Ausstellung weitere Medusen-Modelle und stellt diese über 100 Jahre alten Glasobjekten der berühmten Glaskünstler Leopold und Rudolf Blaschka gegenüber. Außerdem werden Fotografien und Videos des Meeresbiologen Alexander Semenov zu sehen sein sowie bisher kaum gezeigte Objekte aus der eigenen Sammlung des Phyletischen Museums. „Wir wollen zeigen, was Ernst Haeckel so sehr an den Medusen fasziniert und wie er mit ihnen gearbeitet hat“, erläutert Museumsdirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Martin S. Fischer. Auch die Rolle von Medusen in Ökosystemen werde beleuchtet.

Haeckels künstlerische Auseinandersetzung mit den Medusen

Im Fokus stehe aber nicht nur Haeckels wissenschaftliche Arbeit, sondern auch seine künstlerische Auseinandersetzung mit den Medusen, kündigt Fischer an. So präsentiert die Ausstellung unter anderem ein überlebensgroßes Modell der berühmten Desmonema annasethe. Diese von Haeckel selbst entdeckte und beschriebene Scheibenqualle hat er in seinen „Kunstformen der Natur“ äußerst prachtvoll und vielfarbig dargestellt. Die nach seiner früh verstorbenen ersten Frau benannte Qualle ist inzwischen millionenfach reproduziert und prangt auf Postern und Büchern, ebenso auf Alltagsgegenständen wie Tassen, T-Shirts oder Tapeten. Gezeigt wird das Haeckels Darstellung nachempfundene Modell im direkten Vergleich zum originalen Typusexemplar, das mit dem Haeckelschen Kunstwerk allerdings nur wenig gemein hat.

Diese von Haeckel „Atolla wyvillei“ genannte Meduse gehört zu den Deckenmalereien des Phyletischen Museums der Universität Jena. Diese Kunstwerke spielen in der neuen Sonderausstellung eine besondere Rolle. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Diese von Haeckel „Atolla wyvillei“ genannte Meduse gehört zu den Deckenmalereien des Phyletischen Museums der Universität Jena. Diese Kunstwerke spielen in der neuen Sonderausstellung eine besondere Rolle. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Und nicht zuletzt wird auch der Ausstellungsraum als Teil der Ausstellung zur Geltung kommen: Denn Haeckel selbst hat bei der Errichtung des Museums die Decke des Raumes mit zehn großformatigen Medusen dekorieren lassen. Einige der stark idealisierten ornamenthaften Exemplare finden sich auch als Modell oder Originalpräparat in einer der Vitrinen wieder. Auf diese Weise vermittelt die Ausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel“ nicht nur Einblick in die faszinierende Unterwasserwelt der Medusen, sondern auch in das Werk Haeckels, in dem sich visionäre Wissenschaft und Kunst auf einzigartige Weise verbinden. 

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Phyletischen Museum:

www.phyletisches-museum.de/ausstellung-sonderausstellungen.html

Auf einen Blick:

Sonderausstellung „10 Tons – Medusen – Ernst Haeckel"

25. Mai 2019 bis 1. November 2020

Phyletisches Museum der Universität Jena, Vor dem Neutor 1, 07743 Jena

Öffnungszeiten: Di bis Fr von 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr; Sa und So von 10 bis 16 Uhr

Eintritt: 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Zur Vernissage am 24. Mai um 18 Uhr im Großen Hörsaal der Zoologie (Erbertstraße 1, 07743 Jena) ist die Öffentlichkeit herzlich willkommen.

Veranstaltungshinweis FSU JENA /// Axel Burchardt