Relevanz, Nachhaltigkeit und Freude sind die drei großen Schlagwörter, durch die Generalmusikdirektor Simon Gaudenz die neue Spielzeit !VOKAL! der Jenaer Philharmonie charakterisiert haben möchte. Relevanz meint die – wachsende – Bedeutung des Orchesters für Jena und weit darüber hinaus, Nachhaltigkeit soll das ausdauernde Bemühen um neue Zielgruppen, Formate und Orte prägen, und das alles muss natürlich und nicht zuletzt getragen sein von Freude, Freude beim Musizieren für die Musikerinnen und Musiker, Freude, die von dort das Publikum ergreift. Golden, sehr selbstbewusst also, kommt das neue großformatige opulente Programmbuch, das mehr als ein reines Veranstaltungsheft ist, daher: es beleuchtet auf 152 Seiten Hintergründe, porträtiert Protagonisten, soll kurz gesagt, Lust machen, dem Bemühen um Balance und Ausgewogenheit zwischen Bekanntem und Neuen zu vertrauen.

Taucht man ein, in das, was da liebevoll konzipiert wurde, merkt man schnell, es ist für jeden etwas dabei. Klassisch-Traditionelles für das angestammte Konzertpublikum, neue überraschende Formate für die jungen Leute an jungen Orten wie dem Kassa mit dem beziehungsreichen Titel Black Box, da hier Experimente mit offenem Ausgang stattfinden sollen, die moderne Musik mit Party und DJ-Klängen kombinieren, Crossover-Formate zwischen Klassik und Weltmusik für alle, die Altbekanntes in neuem Gewand suchen, unter dem schönen Titel Six Continents, und schließlich 360°-Erlebnisse bei der Möglichkeit, inmitten des Orchesters dem Probengeschehen beizuwohnen, Hinweise aus berufenen Mündern zu bekommen, die Zugänge erleichtern.

In der neuen Spielzeit gilt es auch, zwei Jubiläen zu würdigen. 2020 ist bundesweites Beethovenjahr, so dass dessen OEuvre immer wieder im Spielplan auftaucht, aber es ist auch das Jahr des 50. Geburtstages des Philharmonischen Chores. Die drei Chöre der Jenaer Philharmonie – Madrigalkreis, Knabenchor und eben Philharmonischer Chor – allesamt von herausragender Qualität, können ohne Übertreibung als ein Alleinstellungsmerkmal der Jenaer Philharmonie gelten. Von daher verwundert es nicht, dass sie in der neuen Spielzeit geradezu exponiert werden. „Ich möchte unser Publikum emotional erreichen. Eine Träne ist mehr wert als tausend Dezibel Applaus“, sagt Chorleiterin Berit Walther. Das Jubiläumskonzert am 17. Mai 2019 bringt André Caplet „Tout est lumiere“, Reiko Füting mit
einem Auftragswerk und Luis Bacalov „Misa Tango“ zu Gehör, drei ganz unterschiedliche Stücke, von denen eines Simon Gaudenz, eines Berit Walther und eines der Chor selbst auswählten.

Pressekonferenz 27. Mai 2019 © Quelle: JenaKultur: von rechts nach links: Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena | Jonas Zipf, Werkleiter von JenaKultur | Simon Gaudenz, Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie | Berit Walther, Chorleiterin der Jenaer Philharmonie | Gernot Wojnarowicz, Musikdramaturg | Lutz Engelhardt, Engelhardt Promotions GmbH (nicht im Bild: Thomas

Pressekonferenz 27. Mai 2019, von rechts nach links: Dr. Thomas Nitzsche, Oberbürgermeister der Stadt Jena | Jonas Zipf, Werkleiter von JenaKultur | Simon Gaudenz, Generalmusikdirektor der Jenaer Philharmonie | Berit Walther, Chorleiterin der Jenaer Philharmonie | Gernot Wojnarowicz, Musikdramaturg | Lutz Engelhardt, Engelhardt Promotions GmbH (nicht im Bild: Thomas) - Fotografik JenaKultur

Es gehört in die Reihe „Der Klang von Jena“, neuer Titel für ein bewährtes Konzept: wiederum vier Thementage für die ganze Familie plant die Jenaer Philharmonie. Der erste am 17. November 2019 etwa widmet sich dem Thema Politik, Verantwortung und Kunst, Stargast ist der Kabarettist Max Uthoff. Es folgt das Garbage Concerto von Jan Järvlepp am 8. März 2020, bei dem der Schlagzeuger René Münch mit seinen Kollegen auf allem spielt, was man sich nur vorstellen kann: Flaschen, Blechdosen, Radkappen. Schließlich wird der Reigen am 12. Juli 2020, dem Endspieltag der Fußballweltmeisterschaft, geschlossen mit einer Begegnung von Musik und Sport.

Neben all dem geht der interessante Mahler-Scartazzini-Zyklus weiter. Die ArenaOvertüre präsentiert Filmmusiken, es gibt Kammer- und Stadtteilkonzerte, als Artist in Residence konnte Lise de la Salle, Pianistin von ungewöhnlicher Sensibilität und Reife, für fünf Konzerte engagiert werden, und zahlreiche Gastspielreisen führen den Klangkörper nach Würzburg, Mühlhausen, Basel, Vaduz, Dresden, Arnstadt, Weißenfels, Suhl, Wolfenbüttel, Schaffhausen, Hamel, Freiburg, Göttingen, Thalbürgel und last but not least Toblach.

Ein pralles Programm, bei dem dem Klangkörper, so Orchestervorstand Alexander Suchlich, die exzellente künstlerische Leistung allenthalben am allerwichtigsten sei, welche wiederum einer exzellenten künstlerischen Führung bedürfe. Oberbürgermeister Dr. Thomas Nitzsche ist sich sicher, dass man mit dem Generalmusikdirektor Simon Gaudenz und dem Managementteam Jonas Zipf und Ina Holthaus auf einen guten Weg sei. Begleiten Sie die Jenaer Philharmonie auf diesem Weg! Seien Sie ihr Gast und lassen sich inspirieren, überraschen, begeistern.

Info, Jenaer Philharmonie