Im Weihnachtskonzert 2018 am 25. Dezember im Jenaer Volkshaus geht die Jenaer Philharmonie erneut auf erfrischende Weise ganz eigene als die üblicherweise eingeschlagenen Wege. Weder präsentiert sie ihren Hörern Bachs „Jauchzet frohlocket“ noch „Stille Nacht“, sondern festlich-besinnliche Musiken von Beethoven, Mozart und Cornelius. Das Konzert leitet Christoph-Matthias Mueller.

Zu Beginn erklingt mit Beethovens Ouvertüre zu den „Geschöpfen des Prometheus“ sogar eine Musik, die weit von allem christlichen Gedankengut entfernt eine Ballettmusik eröffnet, in der die „Erziehung des Menschengeschlechts“ in antikem Sinne vorgeführt wird. Mozarts Motette „Exsultate, jubilate“ für Sopran und Orchester kann zumindest in einem Festgottesdienst in der Kirche erklingen. In Salzburg erklang das Stück zum Dreifaltigkeitsfest. Die jubelnden Koloraturen und der opernhafte Charakter der Motette erklären sich daraus, dass Mozart die Motette für den Soprankastraten Venanzio Rauzzini geschrieben hat.

Ein Weihnachtskonzert mit Überraschungen am 25.12.2018 in der Jenaer Philharmonie

Christoph Mathias Mueller, Foto © Marco Borggreve

Heute wird die Partie durch eine Sopranistin ersetzt. Pia Salome Bohnert, die schon in der „Krönungsmesse“ Mozarts hervorgetreten ist, singt die höllisch schwere Partie. Weihnachtlich wird es dann aber doch nach der Pause, wenn die „Sechs Weihnachtslieder“ von Peter Cornelius erklingen. Zum Komponieren dieser Lieder auf eigene Texte hatte sich der Komponist in die Bernhardshütte im Thüringer Wald zurückgezogen, wo seine Verwandten lebten. Die Lieder sollen „Hausmusik“ im bürgerlichen Sinne sein. An seine Mutter schrieb der Komponist, dass er die Lieder dem „schönen deutschen Familienleben abgelauscht“ habe und sich erhoffte, dass sie „aus dem Herzen dringend auch zum Herzen gehen“ mögen.

Ein Weihnachtskonzert mit Überraschungen am 25.12.2018 in der Jenaer Philharmonie

Jenaer Philharmonie Weihnachtskonzert 2018 Foto Sebastian Frohlich

Das Finale des Konzerts ist dann wieder weit entfernt von aller Behaglichkeit. Beethovens Sinfonie Nr. 4 gehört zu jenen Werken des Komponisten, die unterschätzt sind und darum selten aufgeführt werden. Für das Orchester ist die Vierte von allen Sinfonien Beethovens am schwersten zu spielen. Dem Hörer bietet sie sich vordergründig einfach, aber insofern schwer zu greifen, als sie nichts mit dem Titanen zu tun hat.

Karten für das Konzert bei der Jenaer Touristinformation oder über www.jenaer-philharmonie.de sowie eine Stunde vor Konzertbeginn an der Abendkasse.

Das Programm im Detail

Ludwig van Beethoven: Prometheus-Ouvertüre
Wolfgang Amadeus Mozart: Exsultate, jubilate F-Dur KV 165 (158a)
Peter Cornelius: Sechs Weihnachtslieder op. 8 (orch. Matthias Bucher)
Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Ein Weihnachtskonzert mit Überraschungen
1.Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember 2018, 17 Uhr Volkshaus Jena

Veranstaltungshinweis Jenaer Philharmonie

19.12.2018