Die Lage beim Frauenfußball-Zweitligisten FF USV Jena ist ernst. Diese Information ist nicht neu. Bereits seit Jahren muss der Traditionsverein aus dem Saaletal den Gürtel enger schnallen. Einsparungen gab es sowohl im Kader, als auch in der Infrastruktur des Vereins. Nach dem Abstieg aus der Allianz Frauen-Bundesliga hat sich die finanzielle Situation weiter verschärft. Dem Vereinsvorstand um die Vorsitzende Prof. Dr. Heike Kraußlach und Vize Torsten Rödiger war es daher wichtig, die treuen Sponsoren, die dem FF USV Jena nach wie vor zur Seite stehen, über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren und Danke zu sagen. Danke, dass Partner und Unterstützer auch in Krisenzeiten an der Seite der Blau-Weißen stehen. Ein besonderer Dank galt hierbei den Gastgebern des Abends, Audi-Verkaufsleiter Uwe Fischer von der Autohaus Fischer GmbH, welcher die Lokation zur Verfügung stellte, und Dr. Ralf Schmidt-Röh, Geschäftsführer des Studierendenwerks Thüringen, welches sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmerte.

Zu Beginn stand die Besprechung der aktuellen sportlichen Situation im Mittelpunkt. Cheftrainer Steffen Beck informierte über die ansteigende Formkurve und Fortschritte, die das Team trotz personeller Engpässe vor allem in der Defensive gemacht hatte. Ebenso wurden die Unterschiede im Gesicht des Kaders im Vergleich zur Vorsaison beleuchtet.

Die nächsten Wochen entscheiden über die Zukunft

Im Hauptteil der Veranstaltung informierte die Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Heike Kraußlach über die wirtschaftliche Situation des FF USV Jena, über welche bereits zu Beginn der aktuellen Woche Spekulationen in der Öffentlichkeit aufgetaucht waren. Auch aus diesem Grund war es dem Vorstand ein persönliches Anliegen, die Sponsoren selbst über den tatsächlichen Stand der Dinge ins Bilde zu setzen. Den zurückgegangenen Einnahmen stehen Kosten und Verbindlichkeiten gegenüber, die damit nicht zu stemmen sind.

Auch die oft diskutierte Möglichkeit einer Fusion mit dem FC Carl Zeiss Jena wurde von der Präsidentin angesprochen. „Gespräche hierzu wurden geführt, doch hat sich der Aufsichtsrat des FC Carl Zeiss gegen Leistungsfrauenfußball im Verein ausgesprochen. Für den FF USV ergibt sich somit eine neue Situation“, so Kraußlach.

Währenddessen arbeite man auf Hochtouren an der Evaluierung möglicher Lösungsansätze, wie der Leistungsfrauenfußball am Standort Jena auch in Zukunft gesichert werden kann. Primäres Thema hierbei ist auch die Sicherung der vorbildlichen Nachwuchsarbeit des FF USV, welche erst in der vergangenen Woche mit dem Grünen Band des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Commerzbank ausgezeichnet wurde.

„Die Lage ist in der Tat angespannt. Uns fehlt gegenwärtig ein mittlerer fünfstelliger Betrag für das laufende Spieljahr“, so Vereinsvizepräsident Torsten Rödiger.

 

Emotionaler Sponsorenabend

FF USV Jena erklärt Partnern und Unterstützern den Ernst der Lage –

Fans kämpfen für die Vereinsrettung.

Fanclub des FF USV Jena ergreift Initiative 

Den emotionalen Höhepunkt des Empfangs sollte der Fanclub „Powerfrauen im Paradies“ liefern. Die Supporter des Frauenfußballvereins von der Saale gaben den Anwesenden einen Einblick in die Bedeutung und den Stellenwert, den der FF USV für sie hat. „Stück für Stück nahm der FF USV einen immer größeren Teil in unserem Leben ein, wir richten unsere Tagesabläufe nach dem Spielplan! Wenn dies bedeutet, dass wir an einem Samstag um 3:45 Uhr in Jena aufbrechen, um unsere U17 in Hamburg zu unterstützen, um dort zu übernachten und am nächsten Morgen weiter zur Ersten Mannschaft nach Wolfsburg zu fahren, dann ist dies für uns Selbstverständlichkeit geworden, gleich einer familiären Veranstaltung“, so die Fans, welche zum Ausdruck brachten, warum nun auch sie als Unterstützer auf den Plan treten. In einem Arbeitskreis, so der Fanclub, habe man nach Möglichkeiten gesucht, den FF USV aktiv zu unterstützen. Resultat ist eine Fundraising-Kampagne, welche die Anhänger der Paradieself am Donnerstag auf der Plattform www.gofundme.com ins Leben riefen. Im Kreise der Sponsoren wurde dieses Engagement äußerst positiv aufgenommen und sofort Unterstützung angeboten. Zwei Sponsoren, Thomas Kirsch von der Präzisionsfertigung Kirsch, sowie Dr. med. Joachim Zink sicherten noch am Abend zusammen 5.000 Euro zu.

Auch in der Frauenfußballöffentlichkeit, bei Ex-Spielerinnen des FF USV, sowie in befreundeten Fanszenen quer durch die Republik und der einschlägigen Fachpresse stieß die Aktion auf eine Welle an Sympathie.

Fans und Sponsoren kämpfen somit gemeinsam an der Seite des FF USV Jena. Torsten Rödiger zeigte sich begeistert von so viel Engagement und Tatendrang. „Die Atmosphäre des Abends hat unserem Vorstand gezeigt, dass es sich lohnt, weiter um die Zukunft des FF USV Jena zu kämpfen und dass dieser Kampf alles andere als aussichtslos ist.“

Zur Aktion des Fanclubs geht es hier: 

https://gofundme.com/rette-uns-wer-kann