„Wir haben gewonnen, aber ich weiß nicht, wie“, so Jenas Trainer Steffen Beck. Mit einem knappen 1:0-Sieg gewinnt Jena beim BV Cloppenburg, hätte sich aber über Gegentreffer nicht beschweren dürfen.

Im Vergleich zur Partie in Hoffenheim am letzten Sonntag, als der FF USV mit 2:0 gewann, trat die Mannschaft heute nicht mit der gewohnten Geschlossenheit auf. Über weite Strecken hatten die Gastgeberinnen mehr vom Spiel, zunächst gelang ihnen aber keine große Torchance.

Der erste Jenaer Schuss aufs Tor war dagegen gleich drin: Merza Julević legte sich den Ball knapp hinter dem linken Strafraumeck zum Freistoß zurecht und zirkelte ihn unhaltbar für die ehemalige Jenaer Jugendspielerin Vanessa Fischer im Cloppenburger Gehäuse zur Führung in den Winkel (11.).

Aus dem Spiel heraus gelang den Gästen heute nicht viel, nur vereinzelt gab es lose Angriffe. Oft wurde der Ball hintenherum gespielt, der BV Cloppenburg lauerte dabei auf die Fehler der Jenaerinnen.

Von den Chancen her hätte Jena, trotz Feldunterlegenheit, zur Pause aber auch mit 3:0 führen können: zunächst verpasste ein Kopfball von Leonie Kreil nach Flanke von Julia Arnold nur knapp das Tor, anschließend streifte ein weiterer Freistoß von Julević, diesmal von der rechten Seite, nur die Querlatte.

Jena zittert sich zum Auswärtssieg 2. Frauen-Bundesliga: BV Cloppenburg – FF USV Jena 0:1 (0:1)

Jena zittert sich zum Auswärtssieg

2. Frauen-Bundesliga: BV Cloppenburg – FF USV Jena 0:1 (0:1)

In der zweiten Halbzeit spielte sich das Geschehen größtenteils in der Jenaer Hälfte ab. Die Mannschaft von Steffen Beck und Thilo Osterbrink ließ sich sehr tief in die eigene Defensive drängen, kam in den Zweikämpfen meist einen Schritt zu spät. Entlastungsangriffe gelangen nur selten oder wurden nicht konsequent ausgespielt. Für die Zuschauer auf der Tribüne ergab sich eine wahre Zitterpartie, denn auch der Aufstiegskonkurrent SV Meppen konnte seine Partie gegen den SV Weinberg gewinnen – selbst verlieren war also verboten.

Doch auch die Fangesänge brachten keine heute Stabilität in die Mannschaft. Torhüterin Sarah Hornschuch musste zwar keine Paraden zeigen, fischte aber mehrere sehr gefährliche Standards aus der Luft. In der 86. Minute lag der Ausgleich dann in der Luft, doch auch Cloppenburg scheiterte am Aluminium.

Als die gefühlt nie enden wollende Nachspielzeit abgepfiffen war, dominierte vor allem Erleichterung die Jenaer Gesichter. Stolz auf die eigene Leistung konnte man heute nicht wirklich sein, doch auch diese Spiele müssen im Aufstiegskampf gewonnen werden. Bekanntlich lag das Glück in der Nachspielzeit in Auswärtsspielen in dieser Saison auch schon mehrfach auf Seiten des Gegners.

Für das kommende Heimspiel, das letzte in der Saison, bedarf es einer deutlichen Steigerung. Am kommenden Sonntag um 14 Uhr erwartet der FF USV Jena den FSV Hessen Wetzlar im Ernst-Abbe-Sportfeld (Platz drei). Verzichten muss Steffen Beck dann auf Torschützin Merza Julević, die in Cloppenburg ihre fünfte gelbe Karte kassierte und somit für das nächste Spiel gesperrt ist.

                     

BV Cloppenburg: Fischer, Johanning, Geerken, Josten, Winczo, Luker, Kishikawa, Dimitriou, Meyer, Löwenberg (62. Hashani), Flaws

FF USV Jena: Hornschuch, Utes, Müller (90+3. Große), Schmidt, Julević, Kreil, Arnold, Seiler, Graser, Weiß (74. Kremlitschka), Tellenbröker

Tor: 0:1 Julević (11.)

Gelbe Karte: Julević

Schiedsrichterin: Mirka Derlin (Bad Schwartau)

Zuschauer: 123

 

Info, Newsteam FF USV JENA

Foto: Hannes Seifert / FF USV Jena