Die extreme Trockenheit in diesem und im vergangenen Jahr hat die Thüringer Wälder geschwächt. Geschädigte Bäume können nur eingeschränkt auf einen Befall durch Borkenkäfer reagieren. Damit sich die Schädlinge nicht ungehindert ausbreiten, müssen befallene Bäume entfernt werden und das, bevor die nächste Käfergeneration ausfliegt. Doch bislang gibt es keine technischen Verfahren, mit denen frisch befallene Bäume rechtzeitig identifiziert werden können.

Um dies zu ändern und Mittel zur Beurteilung der Baumvitalität zu testen, hat heute ein Forschungsteam unter Beteiligung von Prof. Dr. Christiane Schmullius vom Lehrstuhl für Fernerkundung der Friedrich-Schiller-Universität Jena vom Flugplatz Jena-Schöngleina einen Gyrokopter gestartet. An Bord des Leichtflugzeugs der Hochschule Anhalt haben die dortigen Wissenschaftler um Prof. Dr. Lutz Bannehr Sensoren installiert, mit deren Hilfe sie Teile des Stadtrodaer Forstes aus der Luft scannen. Die Instrumente zeichnen unter anderem Bilder in einem breiten Spektrum von Wellenlängen auf und geben so Aufschluss über Veränderungen der Vegetation. Weil Borkenkäfer nur in einer begrenzten Entfernung weitere Bäume befallen, werden auch Lücken und abgestorbene Bäume erfasst.

 Ein mit speziellen Kameras und Sensoren ausgestattetes Leichtflugzeug wird am 8. Juli auf dem Flugplatz Jena-Schöngleina startklar gemacht. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Ein mit speziellen Kameras und Sensoren ausgestattetes Leichtflugzeug wird am 8. Juli auf dem Flugplatz Jena-Schöngleina startklar gemacht. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

Die wissenschaftliche Untersuchung zur Früherkennung von befallenen Bäumen wird durch das Stadtrodaer Forstamt unterstützt und findet im Rahmen einer Vorstudie zu einem Kooperationsprojekt statt. Daran sind neben dem Institut für Geographie und dem Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, das Institut für Geoinformation und Vermessung der Hochschule Anhalt sowie das Forstliche Forschungs- und Kompetenzzentrum Gotha beteiligt. Ergänzend zu der Befliegung sind weitere Feld- und Laboruntersuchungen sowie die Nutzung von Satellitendaten geplant.

Info, FSU JENA // Till Bayer

08.07.2019