Mit einer am Ende deutlichen 78:103-Niederlage kehrt Science City Jena vom Gastspiel aus der mit 3.217 Zuschauern gefüllten Oberfrankenhalle zurück. Die Ostthüringer unterlagen bei medi bayreuth vor knapp 220 mitgereisten Auswärtsfans in einer Partie mit zwei Gesichtern, verspielten nach Start des dritten Viertels einen bis zur Halbzeitpause in der Luft liegenden Auswärtssieg. Nachdem Jenas Basketball-Urgestein Ermen Reyes-Napoles sein 100. Spiel in der Bel Etage des deutschen Basketballs absolvierte, steht für Immanuel McElroy am Sonntag um 15.00 Uhr gegen die EWE Baskets Oldenburg bereits der nächste Meilenstein bevor. Die Nummer 23 der Ostthüringer wird dann zum 500. Mal in der BBL auflaufen und gemeinsam mit Bayern Münchens Flügelspieler Alex King (536 Spiele) den „Club der 500er“ bilden. 

Während die Saalestädter zunächst konzentriert und von einer starken Wurfquote begleitet in die Begegnung starteten, nach dem Auftaktviertel mit 28:17 in Front lagen, konservierten Jenas Erstliga-Riesen ihren Vorsprung nach einem Korb von Ronald Roberts zum 45:36 bis kurz vor der Halbzeitpause, bevor Bayreuths Flügel Adonis Thomas parallel zur Sirene auf 45:39 verkürzte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Harmsen-Team auf dem Parkett für die optischen Leckerbissen gesorgt, fand speziell in Ronald Roberts und dem zunächst treffsicheren Reggie Williams ein Duo, welches dem Kader der Gäste viel Stabilität verlieh. Mit ansatzlose Distanzwürfen, athletische Aktionen unter den Körben und der nötigen Spielübersicht war es Science City Jena gelungen, den Großteil der Oberfrankenhalle zum Schweigen zu bringen.

Nach der Rückkehr in die zweite Hälfte spielte dann jedoch nur noch ein Team – die Oberfranken. Während sich medi bayreuth zum Start des dritten Abschnitts in einen Rausch spielte, zahlreiche Würfe, egal von welcher Stelle des Parketts, traumwandlerisch sicher verwandelte, wurde den Saalestädtern diese Phase des Spiels zum Verhängnis. Wie in einer Zeitschleife gefangen, zirkelten Brooks und Robertson die ersten vier Bayreuther Dreier durch die Jenaer Reuse, kippten das Spiel und legten bis zur 25.Minuten den Grundstein ihres letztendlich verdienten Heimsieges. Hatte De'Mon Brooks bis zum Kabinengang lediglich drei magere Punkte auf das Scoreboard bringen können, so legte der Flügel in der zweiten Hälfte kräftig nach und beendete die Partie mit 20 Zählern. Im Duett mit Center Erik Mika (23 Punkte) waren die beiden maßgeblichen Akteure der Franken an fast jeder Angriffsaktion beteiligt, drehten das Duell bis zur letzten Viertelpause mit einem offensivstarken Output von 32:13 auf 71:58.

Auch im Schlussviertel unterstrichen die Bayreuther ihre Treffsicherheit, starteten mit einem weiteren Distanzwurf von Brooks in die finale zehn Minuten. Während auf Jenaer Seite kaum noch Würfe fallen wollten, besorgte Kassius Robertson mit seinem Dreier zum 79:60 (33.) die frühe Vorentscheidung, bevor die Wagnerstädter kurz vor Ultimo mit zwei Freiwürfen von Kyan Anderson ihren Heimsieg über die 100er Marke schoben. Am Ende fanden stattliche 16 von 27 Bayreuther Dreierversuchen (59 Prozent) ihr Ziel, aus Jenaer Sicht zu viel, um die anfängliche Hoffnung auf einen weiteren Überraschungssieg zu zementieren.

verspielten nach Start des dritten Viertels einen bis zur Halbzeitpause in der Luft liegenden Auswärtssieg. Nachdem Jenas Basketball-Urgestein Ermen Reyes-Napoles sein 100. Spiel in der Bel Etage des deutschen Basketballs absolvierte

DAS OMINÖSE DRITTE VIERTEL –

SCIENCE CITY KASSIERT NIEDERLAGE BEI MEDI BAYREUTH 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Glückwunsch an Bayreuth. Sie haben vor allem in der zweiten Halbzeit mit 64 Punkten eine überragende Offensive gespielt. Insbesondere von außen haben sie hervorragend getroffen. Am Ende standen 16 von 27 Dreiern auf dem Scouting, das ist natürlich eine außergewöhnliche Trefferquote. Wir hatten leider mit einigen Verletzungen zu kämpfen. In der Halbzeit fiel auch noch Mauricio Marin aus, dann auch noch Williams und Jenkins. So war es dann natürlich schwierig für uns dagegenzuhalten. Wir müssen das Spiel jetzt abhaken, denn am Sonntag steht schon die nächste Partie auf dem Plan.“

Raoul Korner (Headcoach medi bayreuth):„Zunächst vielen Dank für die Glückwünsche. Ich möchte meiner Mannschaft ein riesen Kompliment aussprechen. Es war für uns ein sehr wichtiges Spiel, denn es war mit Sicherheit keine leichte Situation. Generell waren die letzten Wochen alles andere als einfach für uns. Man hat auch gesehen, dass uns die Leichtigkeit in den letzten Wochen abhanden gekommen ist. Wir hatten jetzt zwar sehr gute Trainingswochen, wenn auch leider nicht mit dem ganzen Team. Nichtsdestotrotz, die Reaktion, die die Mannschaft in der zweiten Halbzeit gezeigt hat, war ausgezeichnet. Es war auf beiden Seiten des Feldes hervorragend. Natürlich hilft es, wenn man seine Dreier trifft, aber auch in der Defensive haben wir einen Zahn zugelegt. Wir haben das Tempo über die gesamte Spielzeit hochgehalten. Aber im ersten Viertel haben wir auch die unglaubliche Qualität von Jena gesehen. Wir waren in dieser Phase nicht in der Lage Williams zu stoppen, obwohl er sichtlich nicht 100 prozentig fit war, aber er schafft das auch noch auf einem Fuß. Weiterhin konnte man erkennen, dass die zwei neuen Spieler Jena zu einer komplett neuen Mannschaft machen, die sich mit Sicherheit nicht lange unten im Tabellenkeller aufhalten wird. Ich wünsche ihnen, dass sie ihre Spieler schnell wieder fit bekommen, denn wir kennen diese Problematik ja nur zu gut. Ich hoffe, dass wir gesund bleiben und ein wenig Stabilität einkehren wird.“

SCJ: Roberts 16, Williams 15, Allen 12, Joyce 12, McElroy 6, Wolf 6, Jenkins 3, Reyes-Napoles 2, Theis 2, Marin 2, Heber 2, Mackeldanz

Top3 Bayreuth: Mika 23, Brooks 20,Robertson 18

Spielfilm: 1. Viertel 17:28 - 2. Viertel 39:45 - 3. Viertel 71:58 - 4. Viertel 103:78

Info, Science City Jena / Newsteam

Fotografik / Synbolbild DeinJena red.Archiv

02.03.2019