„Gönner, Gauner und Gelehrter“ – ist die Ausstellung überschrieben, mit welcher der Lehrstuhl Klassische Archäologie des Instituts für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena ab 8. November in sein neues Domizil am Fürstengraben 25 einlädt. Nach umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten ist das „Schwarz’sche Haus“, ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, am 7. November offiziell eröffnet und der Nutzung als Lehr- und Forschungsgebäude mit Ausstellungsräumen übergeben worden. Am kommenden Samstag (10. November) steht das Institutsgebäude interessierten Besucherinnen und Besuchern offen. Von 10 bis 16 Uhr finden stündlich Führungen statt und ein Bücherbasar lädt zum Stöbern ein. 

Das Institutsgebäude im Schwarz’schen Haus

Das Institut für Altertumswissenschaften der Universität Jena umfasst fünf Lehrstühle. Das neue Institutsgebäude beherbergt neben Lehr- und Forschungsräumen etwa 150 qm Ausstellungsfläche im Keller und im Erdgeschoss und bietet mit der Papyrussammlung, dem Akademischen Münzkabinett und der Foto- und Diathek der Klassischen Archäologie drei umfangreichen universitären Sammlungen zur antiken Kunst- und Kulturgeschichte Platz.

 In der aktuellen Ausstellung des Instituts für Altertumswissenschaften der Uni Jena ist auch ein „Campana-Relief“, eine Schmuckplatte aus Ton, zu sehen.

In der aktuellen Ausstellung des Instituts für Altertumswissenschaften der Uni Jena ist auch ein „Campana-Relief“, eine Schmuckplatte aus Ton, zu sehen.

Etwas Besonderes sei mit dem restaurierten Gebäude entstanden, machte Universitätspräsident Walter Rosenthal zur Eröffnung am 7. November deutlich. „Die Friedrich-Schiller-Universität hat ein Schmuckstück für Lehre, Forschung und Sammlungen erhalten – die Stadt ein architektonisches Highlight.“ Unter den ehemaligen Bewohnern des Hauses sind große Namen zu finden, etwa Novalis, Friedrich Rückert, Gershom Scholem oder Ernst Abbe. Seinen Namen erhielt das Gebäude durch Johann Karl Eduard Schwarz, Oberpfarrer, Superintendent und Professor für Theologie der Universität, der Ende des 19. Jahrhunderts mit seiner Familie das Haus bewohnte.

In seiner knapp 500-jährigen Nutzungsgeschichte durchlebte das Haus mehrfache Umbauten und Umnutzungen. Ursprünglich als Kontorhaus errichtet, wurde es im 17. Jahrhundert als Wohnhaus genutzt und seit dem 18. Jahrhundert erweitert. Die Neumodellierung des Gebäudes in den zurückliegenden vier Jahren hat dem historischen Gebäude nun ein hochmodernes Gesicht gegeben: Die verglaste Fassade sorgt für viel Licht im Gebäude und belebt das Jenaer Straßenbild durch den außergewöhnlichen Anblick von Gipsabgüssen antiker Plastik.

Das Institut für Altertumswissenschaften der Universität Jena hat sein neues Domizil im „Schwarz’schen Haus“ (Fürstengraben 25, 07743 Jena). 

Das Institut für Altertumswissenschaften der Universität Jena hat sein neues Domizil im „Schwarz’schen Haus“ (Fürstengraben 25, 07743 Jena).

Die Ausstellung „Gauner, Gönner und Gelehrter. Die Schenkung des Marchese Giovanni Pietro Campana von 1846“

Die Ausstellung zur Eröffnung präsentiert Objekte aus dem Bestand einer Schenkung des Marchese Giovanni Pietro Campana (1808-1880). Gezeigt werden rund 100 Exponate. „Giampietro Campana war eine schillernde Figur der italienischen Kunstszene im 19. Jahrhundert“, erläutert Prof. Dr. Eva Winter, Inhaberin des Lehrstuhls für Klassische Archäologie. Schon in jungen Jahren sei er päpstlicher Bank- und Leihhausdirektor geworden und habe eine der größten Antikensammlungen seiner Zeit zusammengetragen. „Campana finanzierte auch eigene Ausgrabungen“, so Winter weiter. 1846 übereignete er etwa 200 antike Vasen, Terrakotten, Gipsabgüsse, graphische Werke und Bücher an Herzog Joseph von Sachsen-Altenburg, der diese Schenkung dem damals neu gegründeten Archäologischen Museum der Jenaer Universität stiftete. Bis auf wenige Ausnahmen befinden sich diese Objekte noch heute in den Antikensammlungen der Universität.

Die Ausstellung geht auf eine museumspraktische Übung unter der Leitung von Sammlungskustos Dr. Dennis Graen im Sommersemester 2018 zurück. Konzipiert und umgesetzt haben sie Studierende und Lehrende gemeinsam, ebenso den die Ausstellung begleitenden Katalog.

In der aktuellen Ausstellung des Instituts für Altertumswissenschaften der Uni Jena ist auch ein „Campana-Relief“, eine Schmuckplatte aus Ton, zu sehen. 

In der aktuellen Ausstellung des Instituts für Altertumswissenschaften der Uni Jena ist auch ein „Campana-Relief“, eine Schmuckplatte aus Ton, zu sehen.

Zu den herausragenden Exponaten gehört ein sogenanntes „Campana-Relief“. „Dabei handelt es sich um eine architektonische Schmuckplatte aus Ton, die von der Mitte des ersten Jahrhunderts vor bis ins zweite Jahrhundert nach Christus hergestellt wurden und nach Campana benannt sind, denn er war der Erste, der sie sammelte und darüber publizierte“, sagt Dr. Graen. Die Platten brachte man an hölzernen Dachbalken an, um diese vor der Verwitterung zu schützen. Die ausgestellte Campana-Platte ist mit einer Szene aus dem Mysterienkult des Gottes Dionysos verziert.

Öffnungszeiten und Begleitprogramm

Die Ausstellung ist bis 31. März 2019 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis donnerstags von 10-12 Uhr, freitags von 14-16 Uhr und sonntags von 13-15 Uhr sowie nach Vereinbarung. Zur Ausstellung gehört ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen (http://www.altertum.uni-jena.de/ifamedia/Führungsprogramm.pdf) und Vorträgen (http://www.altertum.uni-jena.de/ifamedia/Dateien/Kolloquium+Wintersemester+2018_19.pdf). Der Katalog zur Ausstellung und zur Umgestaltung des Gebäudes ist ab sofort im Uni-Shop im Campusgebäude (Carl-Zeiss-Straße 3) erhältlich (http://www.uni-shop-jena.de/Gauner-Goenner-und-Gelehrter-Beitraege-aus-den-Sammlungen-der-Universitaet-Jena-Band-4). 

Kontakt:

  • Prof. Dr. Eva Winter
  • Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Fürstengraben 25, 07743 Jena
  • Tel.: 03641 / 944820
  • E-Mail: eva.winter@uni-jena.de

Info FSU Jena, Foto(s) Jan-Peter Kasper/FSU

07.11.2018